Unabhängigkeit durch Biogasanlagen

Biomasse  Bioenergie

Biogasanlagen nehmen im Rahmen des erneuerbaren Energiemixes eine wichtige Position ein. Immer mehr Dörfer und Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren dafür entschieden, auf eine nachhaltige Energiegewinnung umzustellen.

Nicht selten handelt es sich bei solchen Projekten um sogenannte Bioenergiedörfer, deren zentraler Kern meist aus einer Biogasanlage mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk und einem Nahwärmenetz besteht. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Da die Eigentümer in der Regel aus der jeweiligen Region stammen, können diese den Preis für Strom und Wärme weitestgehend selbst bestimmen. Noch dazu vergrößern sich die Co2-Einsparungen mit jeder neu gebauten Biogasanlage.

Strom und Wärme aus Biogas

Die Bedeutung der Bioenergie in Deutschland steigt zusehends. Damit einhergehend werden auch immer mehr Biogasanlagen errichtet, vor allem in Dörfern und Kommunen. Denn hier ist man derzeit vielerorts bestrebt, ein höheres Maß an Unabhängigkeit zu erreichen. Oftmals handelt es sich dabei um Bioenergiedörfer, also Siedlungen mit bis zu 1.000 Einwohnern, die ihre Energieversorgung möglichst komplett selbst in die Hand nehmen wollen.

Die nötigen Energielieferanten finden sich dabei direkt vor der Haustüre. In den meisten Fällen wird eine Biogasanlage mit einem Gemisch aus Mais und Gülle betrieben, aber auch andere Varianten sind möglich. Selbst Grasschnitt kann zur Energiegewinnung eingesetzt werden, was Versuche bereits bestätigt haben.

Neben der eigentlichen Biogasanlage findet sich stets ein Blockheizkraftwerk. Durch den Vorgang der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden mit dem durch Fermentierung erzeugten Biogas sowohl Strom als auch Wärme gleichzeitig produziert. Der Strom kann direkt in das örtliche Stromnetz eingespeist werden, was meist in Kooperation mit dem Netzbetreiber geschieht. Die Wärme fließt in ein eigens dafür angelegtes Nahwärmenetz, für welches ein großer Teil der Investitionskosten verwendet wird.

Kommunen müssen diese Kosten jedoch nicht allein tragen, denn im Rahmen zahlreicher staatlicher Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene erhalten sie finanzielle Unterstützung. Die Bürger selbst zahlen meist nur für die eigenen Hausanschlüsse an das Nahwärmenetz, um zukünftig mit Bioenergie heizen zu können.

Bioenergiedörfer werden meist auf Initiative der Bürger bzw. des Bürgermeisters hin angestrebt. In ganz Deutschland gibt es derzeit mehr als 80 solcher Projekte mit steigender Tendenz. Die Biogasanlage spielt bei den meisten dieser Projekte eine zentrale Rolle, da die dafür notwendigen Voraussetzungen vielerorts gegeben sind.